freiStil 88 – HANDSOME COUPLE feat. DJ ILLVIBE

HANDSOME COUPLE feat. DJ ILLVIBE

bochum berlin (LP/CD)

St. Kirchhoff (banjo, elec), Simon Camatta (dr), DJ Illvibe  (tt)

Das Dorf bedient sich der Hauptstadt: Das Handsome Couple (St. Kirchhoff und Simon Camatta) hat sich für seine kleine Sommertour Verstärkung geholt. DJ Illvibe soll dem groovigen Minimal-Sound des Duos die besonderen Noten geben. Und es funktioniert: Loops, Beats und Samples bilden die Basis, auf der sich der „Ocean of Sound“ entwickelt. Mal schwirren luftige Melodien, dann wieder schwere Grooves durch den Raum – minimal variiert, kurz vor dem Mantra. TripHop-Beats, unterstützt von krautigen Clustern und Samples aus dem Street-Life, dazwischen Melodien aus dem Exotica-Laden, psychedelische Licks und Patterns, selten frei metrisch, mitunter polyrhythmisch, aber immer passend. Man könnte dazu auch tanzen. Improvisiert wird dabei natürlich auch, in der Regel im Kollektiv. Die Samples von Illvibe sind mehr als Beiwerk. Der Einsatz ist so perfekt, dass man gar nicht glauben möchte, dass die drei erst zum zweiten Mal gemeinsam auf der Bühne stehen: Ping Pong Ping. Das Banjo klingt mitunter wie eine Gitarre, dann wie ein Synthesizer, oft aber eben wie ein: Banjo. Ohne Effekte wäre das alles nur halb so gut, aber den richtigen Knopf und Schalter findet auch nicht jeder. Auch wenn sich die Wucht des Live-Auftritts nicht zu einhundert Prozent auf die Platte übertragen lässt, ist die Energie jederzeit hör- und spürbar. Gerüchten zufolge hat Illvibe mindestens eine der benutzten LPs noch am selben Tag in einem Bochumer Plattenladen erworben. Welche das ist, müsst ihr selbst herausfinden. Ihr werdet es nicht bereuen. (hop)

…kleiner tipp von uns https://bahlo-records.de/

player piano – nancarrow – das klavier spielt fast von selbst

Conlon Nancarrow überpinseln – darf man das? Machen Wolfgang Heisig und Jan Klare das überhaupt?
Der Hörer soll entscheiden, ob hier etwas Neues entsteht, oder ob es eigentlich ein Sakrileg ist… Klare und Heisig sind jedenfalls froh und recht überzeugt. Ja, sie haben einige Klassiker genommen und damit „rumgemacht“… und natürlich ist etwas Neues entstanden. Man denke an Ornette Colemans Improvisation über eine Bach Präludie – Bei seinem ersten Tönen stockt der Atem und dann ist man fasziniert. Klare und Heisig wollen sich nicht damit vergleichen, nur als Referenz wird dieser grandiose Clash hier zitiert. Auch sind 2 Originalkompositionen für diese Besetzung entstanden und diese kurze CD reißt die Möglichkeiten an, die eine Kombination von Maschine und irrationalen Elementen bietet.

May you paint over Conlon Nancarrow? Is this what, Wolfgang Heisig and Jan Klare are doing?
The listener has to decide if something new has been created here or if it is a sacrilege –
but Klare and Heisig are convinced and happy. Yes – they have taken a classic and put something on top – and of course something new came out. Just think about Ornette Coleman improvising over a Bach- prelude – his first notes shock you and then it´s fascinating. Klare and Heisg don’t want to compare to this beautiful clash, this is just mentionded as a point of reference. some originals were composed for this setting and this short CD .

nitestylez.de : Bochum Berlin [Umland Records 028]

Handsome Couple feat. DJ Illvibe – Bochum Berlin [Umland Records 028]

 

What a combination. The Essen-based duo known as Handsome Couple, comprised of St. Kirchhoff and Simon Camatta, is teaming up with Berlin’s HipHop-breathing DJ Illvibe for their sophomore album on Umland Records. Recorded live in both Bochum and Berlin, hence the albums name, the duo presents an evolution of its already Instrumental HipHop-leaning sound developed on their first album which is now defined by a captivating mix of banjo, drums and electronics as presented in the dancefloor smashing opener „We“, accompanied by an array of masterfully executed cuts, scratches and sample wizzardry straight from the original turntable setup used and abused by DJ Illvibe. Following up is an approximately 40 minutes long journey into beats and turntablism that might be considered being more original HipHop than most of today’s HipHop is, bringing on a new kind of block party vibe that is best to be experienced whilst watching groups of b-boys, breakers, fly girls and pop lockers doing their thang, strictly representing the oldskool in a new skool way. One for the beatheads, this is.

http://www.nitestylez.de/2019/11/handsome-couple-feat-dj-illvibe-bochum.html

„gitarre & bass“ on rennebaum – „interessanter musiker“

HEINER RENNEBAUM
DOPPELQUARTETT LIVE
Der Düsseldorfer Gitarrist Heiner Rennebaum (*1956) war in den 80er-Jahren u.a. mit dem Crossover-Oktett rimaak aktiv, später folgte das Nu-Jazz-Projekt bonobo club. Als Komponist und Gitarrist von rimaak erhielt er den Förderpreis für Musik der Stadt Düsseldorf, seine Weiterentwicklung der Kompensationsspulenschaltung (Dummy-Coil) für Stratocaster-Gitarren wurde 2011 vom Deutschen Patent- und Markenamt anerkannt. Ein vielseitiger Musiker! Erst 2015 erschien sein erstes Solo-Album „Pianavia“, und jetzt wurde das Album „Heiner Rennebaum Doppelquartett Live“ veröffentlicht. Hier trifft ein Jazz-Quartett (g, b, dr, sax) auf ein Streichquartett, bei dem übrigens der eher als Gitarrist bekannte Markus Wienstroer Violine spielt. Musikalisch geht Rennebaum vielseitig zur Sache: Natürlich hört und fühlt man hier Jazz, aber seine Gitarre kann auch schon mal nach Folk oder Country klingen, und die Streichersätze orientalisch. Gemeinsam haben die sechs Tracks eine gewisse Ruhe, Transparenz und Wärme. In drei Stücken ist Heiner Rennebaum auch als improvisierender Solist und Klang-Experimentalist zu hören. Interessanter Musiker.  (It) gitarre & bass 11.19
HEINER RENNEBAUM DOPPELQUARTETT LIVE
The Düsseldorfer guitarist Heiner Rennebaum (* 1956) was in the 80s u.a. with the crossover octet rimaak active, later followed by the nu-jazz project bonobo club. As a composer and guitarist of rimaak, he received the Prize for Music of the City of Dusseldorf, his development of the compensation coil circuit (dummy coil) for Stratocaster guitars was recognized in 2011 by the German Patent and Trademark Office. A versatile musician! It was not until 2015 that his first solo album „Pianavia“ was released, and now the album „Heiner Rennebaum Doppelquartett Live“ was released. Here, a jazz quartet (g, b, dr, sax) meets a string quartet, in which incidentally, the more known as a guitarist Markus Wienstroer plays the violin. Musically speaking, Rennebaum goes down a lot: Of course, you can hear and feel jazz here, but his guitar can sometimes sound like folk or country, and the string quartet oriental. Together, the six tracks have a certain calm, transparency and warmth. Heiner Rennebaum can also be heard in three plays as an improvising soloist and sound experimentalist. Interesting musician. (It)

doppelquartett still hot.

Heiner Rennebaum
Doppelquartett Live
Umlandrecords

Die Kombination von Jazz und Klassik scheint ein neuer Trend. Der Gitarrist Heiner Rennebaum, der sich schon mit verschiedenen gitarreähnlichen Instrumenten beschäftigt und experimentierfreudig neue Musikformen erforscht hat, macht hier den Versuch, ein Jazz-Quartett (Altsaxofon, Gitarre, Bass, Schlagzeug) mit einem Streichquartett (klassische Besetzung, nur statt der zweiten Geige ein zweites Cello) zu kombinieren. Das Ergebnis, dokumentiert beim Auftritt in der Jazzschmiede Düsseldorf, ist überraschend harmonisch und gelungen. Eigentlich gibt es keine klar definierten Gegensätze, jede Gruppe greift immer wieder spontan in das musikalische Geschehen der anderen ein. So kann Alex Morsey mit gestrichenem Bass das Streichquartett unterstützen und ihm noch mehr Klangfülle geben, während das Quartett immer wieder den Improvisationen von Rennebaum und dem Altsaxofonisten Jan Klare eine harmonische Grundlage liefert. Die Kompositionen (allesamt von Rennebaum) zeigen eine Bandbreite von Rock-Elementen über arabische Musik zur experimentellen Klassik. Und obwohl alle Stücke eher langsam, verhalten und stimmungsvoll daherkommen, wird es nie langweilig. Der Zuschauer muss ständig auf Überraschungen gefasst sein.
Teddy Doering in Jazz Podium 10/19

The combination of jazz and classical seems to be a new trend. The guitarist Heiner Rennebaum, who has already dealt with various guitar-like instruments and experimenting with new forms of music, here makes the attempt, a jazz quartet (alto saxophone, guitar, bass, drums) with a string quartet (classical occupation, only instead of the second violin a second cello). The result, documented at the appearance in the Jazzschmiede Düsseldorf, is surprisingly harmonious and successful. Actually, there are no clearly defined opposites, each group intervenes spontaneously in the musical events of others. So Alex Morsey can support the string quartet with a brushed bass and give it even more sonority, while the quartet repeatedly provides the improvisations of Rennebaum and the alto saxophonist Jan Klare a harmonic basis. The compositions (all of Rennebaum) show a range of rock elements over Arabic music to experimental classical music. And although all the tracks are slow, restrained and atmospheric, it never gets boring. The listener must be constantly prepared for surprises.
Teddy Doering in Jazz Podium 10/19

jazzthing on rennebaum´s doublequartett in german by josef engel

avantgarde
HEINER RENNEBAUM
Doppelquartett Live

Der Gitarrist Heiner Rennebaum hat ein Faible für die Verbindung verschiedener Musikwelten. Das galt in den 1980ern für seine knackige Fusionband Rimaak, zur Jahrtausendwende für sein Jazzelektro-Projekt Bonobo Club und trifft jetzt auch auf sein Doppelquartett zu, dessen Konzert vergangenen Februar in der Düsseldorfer Jazz-Schmiede nun als Album vorliegt. Ein Jazzquartett um den expressiven Saxofonisten Jan Klare trifft auf ein Streichquartett, aber das alles ist weit von betulicher Klassik-Crossover-Ästhetik entfernt. Vielmehr begeben sich die acht Instrumentalisten gemeinsam auf Entdeckerfahrt: Klangflächen werden archäologisch untersucht, aber auch einem heftig keuchenden Urmenschen („Mäandertaler“), Arvo Pärt wird ein Besuch abgestattet, aber auch dem Maghreb oder Bill Frisells mildem Westen. Im elfminütigen Höhepunkt „Solatitut“ kommt dann alles zusammen: räumliche Akkordausbreitungen und Obertonbefühlungen, Reggae-Offbeat und Raserei. Eine innige Verschmelzung.

 

The guitarist Heiner Rennebaum has a knack to fuse different worlds of music. This applies not only for his upbeat fusion band Rimaak in the 1980s but also for his jazz electro project Bonobo Club at the turn of the millennium and now for his double quartet, the concert of which staged in the Jazz-Schmiede Düsseldorf last February is now available as an album. A jazz quartet featuring the expressive saxophonist Jan Klare comes upon a string quartet but being far way from the fussy classic crossover aesthetic the eight instrumentalist embark on an exploratory jouney: soundscapes are examined archaeologically, a heavily panting man (“Mäandertaler”), Arvo Pärt is paid a visit, the Maghreb or Bill Frisell`s mild west also. The eleven- minute climax “Solatitut” brings it all together: spatial chord progressions and overtone scores, reggae offbeat and rage. An intimate fusion. (translation: hans-herbert waschull)

THE NEW YORK CITY JAZZ RECORD – JULY 2019 by Steven Loewy on „Plant“ and on Steve Swell

Plant: 2000 – Jan Klare/Bart Maris/Wilbert De Joode/ Elisabeth Coudoux/Steve Swell/Michael Vatcher (El Negocito)
Impromptus and Other Short Works – Gebhard Ullmann Basement Research (WhyPlayJazz) Carliot
Per-Åke Holmlander – It’s Never Too Late Orchestra (Not Two)

What these seemingly unrelated recordings share is that trombonist Steve Swell is an integral part of each and are all good examples of exciting developments taking place in European jazz. Swell, who has established himself as a versatile performer in his homebase of New York City and throughout the U.S. and Europe, is characteristically patient and modest throughout, letting his slide and embouchure do the talking while disdaining flashiness and adapting to the moment. As a sideman, he is analogous to the perfect houseguest, acclimating to changed environments.
On 2000, the group Plant features the quirky compositions and tight arrangements of saxophonist Jan Klare (with one by trumpeter Bart Maris), interspersed with improvised selections. Comprised of three horns, cello, bass and drums, the group shines on “Rott”, a brilliantly conceived work that sparkles with sputtering trumpet and oddly syncopated melodic thrusts, which continually switch perspectives and velocity, thanks to the magnificently complex writing, mirrored and underpinned by the focused drummer
Michael Vatcher. Swell fits in admirably and while most of the performance focuses on the collective, he is a perfect addition to the horns, his speed and dexterity adding splendidly to the mix. The entire studio recording is further bolstered by the contributions of cellist Elisabeth Coudoux and bassist Wilbert De Joode, whose underlying pulse anchors the group sound. Not all the pieces are intense, as, for example, the opening “Garden” begins at a snail’s pace, but the album is marked by considerable variety and serious musicianship, with no wasted time on these dozen utterly engaging and deceptively simple ditties.