new! „Wühltisch“ – „rummage-table“

Eine Erkenntnis der Corona Zeit ist, dass der Begriff Solidarität neu diskutiert wurde. In diesem Zusammenhang gab es verschiedene Initiativen, Solidarität auch und nicht zuletzt von den großen Streaming Plattformen wie Spotify, YouTube und anderen aktiv einzufordern. Auch der grosse Plattmacher, das Musikhaus Thomann, bekam einen Streifen ab, weil sie zu Corona Zeiten Klavierunterricht zu einem Dumpingpreis anboten und damit einem nicht unerheblichen Teil ihrer Kundschaft in den Rücken fielen. Alleine Bandcamp verhielt sich ziemlich vorbildlich, indem sie regelmäßige Termine einrichten, an denen auf Provision verzichtet wurde. Dem gegenüber stand die massiv diskutierte Aussage von Spotify, dass Musiker sich davon verabschieden müssten, nur alle 3-4 Jahre ein gutes Album vorzulegen – wohl gemerkt bezahlt Spotify pro Klick ca 0,006 Cent an den Künstler.
Seit einigen Jahren betreiben wir unser nicht mehr ganz so kleines Label Umland Records und haben bis zum Ende des Jahres 2020 wahrscheinlich knapp 40 Veröffentlichungen auf den Weg gebracht. Alles kleine Auflagen, sehr ambitionierte Musik, die mittlerweile eine Stamm-Hörerschaft erreicht.
Um die Problematik der Bezahlung von Musik in einem Feldversuch zu thematisieren, richten wir ab jetzt in unserem bandcamp-shop zwei „Wühltische“ ein, auf denen wir Musik zu „Dumping-Preisen“ anbieten.
Alles mögliche an „Ausschuss-Ware“, von unveröffentlichten Tracks über Artefakte bis hin zu Skizzen, musikalischen Abfallprodukten oder auch eigens für diesen Zweck produzierten Stücken und Miniaturen wird zu Preisen von 0,50 oder 0,75 € (Minimum) angeboten. Es gibt keine Möglichkeit, die Stücke vorher anzuhören, aber das Versprechen, dass die Files nach Benutzung oder Verkauf gelöscht werden.

Die Konditionen:
Die auf dem 0,50 € Wühltisch angebotene Ware hat Minimum 2 Minuten Spieldauer und wird höchstens 10 mal verkauft, bevor sie gelöscht wird.
Die auf dem 0,75 € Wühltisch angebotene Ware hat Minimum 3 Minuten Spieldauer und wird höchstens 10 mal verkauft, bevor sie gelöscht wird.
Natürlich hat der Käufer im Sinne der fair-trade Idee die Möglichkeit mehr zu bezahlen.

Was geht, wenn das hier in Deutschland noch gut bestückte Subventionssystem einbricht? Was ist diese Musik wert, wo fängt die Liebhaberei (sowohl vom Produzenten wie vom Konsumenten) an, wo hört sie auf. In welchem System sind wir wie relevant?
Ist dies eine neue Stufe von Selbstausbeutung, oder schafft es Arbeitsplätze für Improvisatoren, die zum Beispiel pro Tag locker 20 Stücke à 3 Minuten, oder 30 Stücke à 2 Minuten generieren, und so rechnerisch einen Stundenlohn von 15 €, multipliziert mit den Verkäufen, bis zu 150 € erwirtschaften könnten?

Wir werden dieses Modell aggressiv bewerben, Preise dynamisch anpassen und eventuell aufkommende Konkurrenz alleine durch die Qualität unserer Produkte in die Schranken weisen.

besuchen Sie uns auf
https://umlandrecords.bandcamp.com
https://umlandrecords.de
https://www.facebook.com/umlandrecords

During Corona time the term solidarity got heavily discussed. Initiatives came up, to also ask solidarity from the big streaming platforms such as Spotify, YouTube and others. In Germany also Musikhaus Thomann, a big online music-store (always the cheapest – always the quickest) got under attack for offering piano lessons for something like €1 a month – thus damaging a not so small part of their customers.
Only Bandcamp acted exemplary by introducing regular dates where they dispensed their provision.

Contrasted with the heavily discussed statement by Spotify, that musicians would have to say goodbye to submitting a good album only every 3-4 years – mind you, Spotify pays artists about 0.006 cents per click.

We have been running our label Umland Records for some years now and by the end of 2020 have around 40 releases on the way. All small editions, very ambitious music that has found loyal followers.
In order to research on music and its price, we will set up two „rummage-tables“ in our bandcamp-shop on which we offer music at „dumping prices“. All sorts of tracks, from unpublished files or artefacts to sketches, slightly flawed products up to pieces and miniatures, that were specially produced for this purpose – all this offered at prices of € 0.50 or € 0.75 (minimum). With no possibility to listen to the pieces beforehand, but with our promise that the files will be deleted after use or sale.

the terms:
The goods offered on the € 0.50 rummage-table have a playing time of minimum 2 minute ssand are sold up to 10 times, before getting deleted.
The goods offered on the € 0.75 rummage-table have a playing time of minimum 3 minutes and are sold up to 10 times, before getting deleted.
Of course, in line with the fair-trade idea, the buyer has the option of paying more.

What, if the subsidy system, which is still strong in Germany, breaks down? What’s the price of music, where does passion for music (both of the producer and the consumer) begin, where does it end. How relevant are we and in which system? Do we set a new level of self-exploitation, or does this create jobs for improvisers who, e.g. easily generate 30 pieces of 2 minutes or 20 pieces of 3 minutes per day, thus ideally making between 15 € (or multiplied by the sales,)up to € 150 per hour?

We will advertise this model aggressively, adjust prices dynamically and fight possible competitors through the quality of our products.

visit us on
https://umlandrecords.bandcamp.com
https://umlandrecords.de
https://www.facebook.com/umlandrecords

baobab – echoes – sehr recommended.

The Dorf / Phill Niblock – Baobab / Echoes

The Dorf sind ein Experimental Jazz / Contemporary Ensemble aus Deutschland.
Für Ihr Doppelalbum Baobab / Echoes haben sie ein Stück von Phil Niblock “Baobab“ interpretiert, Auf der zweiten CD folgt Ihr eigenes, dreiteiliges Stück “Echoes“.

Baobab ist ein typisches Phil Niblock Stück, das über die gesamte Spielzeit mit seinen Klängen aus Streichern, Bläsern, Elektronik und, und un d vor sich hin mäandert. Die Klänge werden immer dichter, schwanken nur marginal und ergeben so einen beeindruckenden und beruhigenden Drone, der den Hörer mit sich zieht.

Echoes beginnt mit einem mehr aus Streichern, welche über die gesammte Spielzeit von knapp 17 Minuten dieselben Klänge produzieren. Diese schwellen über die Spielzeit langsam an und werden von einigen wenigen anderen Instrumenten kaum merklich begleitet. Das klingt langweilig, ist es aber nicht. Denn dieser sonore Sound, der sich aufbaut greift mehr und mehr um sich und nimmt den Hörer immer tiefer in sich auf. Ein unglaublich dichter Sound entsteht und klingt einfach nur überwältigend.

Die beiden weiteren Parts gehen dann tiefer in den Contemporary Sound. Weiter baut das Ensemble flächige Grundsounds auf, doch werden diese nun immer häufiger von kleinen oder größeren Kaskaden durchbrochen.

Ein spannendes Werk mit exzellenten Instrumentalisten und einem feinem Gespür für Drones.

Wolfgang Kabsch („Musik an sich“)

Bewertung: sehr empfehlenswert