doppelquartett still hot.

Heiner Rennebaum
Doppelquartett Live
Umlandrecords

Die Kombination von Jazz und Klassik scheint ein neuer Trend. Der Gitarrist Heiner Rennebaum, der sich schon mit verschiedenen gitarreähnlichen Instrumenten beschäftigt und experimentierfreudig neue Musikformen erforscht hat, macht hier den Versuch, ein Jazz-Quartett (Altsaxofon, Gitarre, Bass, Schlagzeug) mit einem Streichquartett (klassische Besetzung, nur statt der zweiten Geige ein zweites Cello) zu kombinieren. Das Ergebnis, dokumentiert beim Auftritt in der Jazzschmiede Düsseldorf, ist überraschend harmonisch und gelungen. Eigentlich gibt es keine klar definierten Gegensätze, jede Gruppe greift immer wieder spontan in das musikalische Geschehen der anderen ein. So kann Alex Morsey mit gestrichenem Bass das Streichquartett unterstützen und ihm noch mehr Klangfülle geben, während das Quartett immer wieder den Improvisationen von Rennebaum und dem Altsaxofonisten Jan Klare eine harmonische Grundlage liefert. Die Kompositionen (allesamt von Rennebaum) zeigen eine Bandbreite von Rock-Elementen über arabische Musik zur experimentellen Klassik. Und obwohl alle Stücke eher langsam, verhalten und stimmungsvoll daherkommen, wird es nie langweilig. Der Zuschauer muss ständig auf Überraschungen gefasst sein.
Teddy Doering in Jazz Podium 10/19

The combination of jazz and classical seems to be a new trend. The guitarist Heiner Rennebaum, who has already dealt with various guitar-like instruments and experimenting with new forms of music, here makes the attempt, a jazz quartet (alto saxophone, guitar, bass, drums) with a string quartet (classical occupation, only instead of the second violin a second cello). The result, documented at the appearance in the Jazzschmiede Düsseldorf, is surprisingly harmonious and successful. Actually, there are no clearly defined opposites, each group intervenes spontaneously in the musical events of others. So Alex Morsey can support the string quartet with a brushed bass and give it even more sonority, while the quartet repeatedly provides the improvisations of Rennebaum and the alto saxophonist Jan Klare a harmonic basis. The compositions (all of Rennebaum) show a range of rock elements over Arabic music to experimental classical music. And although all the tracks are slow, restrained and atmospheric, it never gets boring. The listener must be constantly prepared for surprises.
Teddy Doering in Jazz Podium 10/19